Demonstration gegen Leerstände in Rohrbach

Veröffentlicht am 07.08.2023 in Aktuelles

Demonstrationszug durch die Rathausstraße in Rohrbach

Die Kirchen an ihre Verantwortung erinnert

Aufgerufen, sich zu beteiligen, hatten der Stadtteilverein Rohrbach, der SPD-Ortsverein Rohrbach sowie Barbara Pfeiffer, die Kinderbeauftragte für Rohrbach: Rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus Rohrbach – darunter zahlreiche Kinder – versammelten sich zunächst vor dem ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum im Lindenweg 9, in dem bis vor dreieinhalb Jahren auch eine KiTa untergebracht war. Ihr Anliegen: Protest gegen den Leerstand und die fehlenden KiTa-Plätze im zweitgrößten Stadtteil Heidelbergs.

Zahlreiche Kinder waren auch dabei und wiesen darauf hin, dass sie keine Zeit für Leerstand haben. Der Leerstand zwischen Lindenweg und Heinrich-Fuchsstraße dauert nun schon fast einen KiTa-Jahrgang. (Foto: Rainer Herbold)

Knapp hundert Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Demonstration

Es half den Verantwortlichen der evangelischen Kirche nichts, dass sie, wohl in Erwartung der Demonstration, den Bereich vor der KiTa im Lindenweg vorsorglich mit Bauzäunen absperren ließen. Insbesondere die Kinder machten dennoch mächtig Lärm, um auf die unhaltbare Situation hinzuweisen. Und das gelang prächtig, auch auf dem Weg über Rohrbach-Markt in die Rathausstraße.

Anlass war Jahrestag der Schließung

Und auch hier, vor der ehemaligen Kirche und dem vor genau einem Jahr geschlossenen Kindergarten St. Theresia – der Jahrestag war eigentlicher Anlass für die Demonstration und Kundgebung – hatte sich in den Tagen zuvor etwas bewegt: Ein Abfallcontainer hatte seinen Weg auf den Vorplatz gefunden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

So wurde denn in den verschiedenen Redebeiträgen die jahrelange Untätigkeit beider Kirchengemeinden heftig kritisiert. Und immer wieder wurde auf die soziale Verantwortung der Kirchengemeinden hingewiesen.

Stadtteilvereinsvorsitzender Konstantin Waldherr appellierte an die Kirchengemeinden und deren soziale Verantwortung. (Foto: Rainer Herbold)

Konstantin Waldherr, Vorsitzender des Stadtteilvereins Rohrbach, eröffnete die Kundgebung mit einem vehementen Appell an die Kirchen, nun endlich ihrer sozialen Verpflichtung nachzukommen und die Grundstücke nutzbar zu machen.

Nichts Neues von den Kirchen

Die nächste Rednerin, Ruth Hildebrandt von der evangelischen Gemeinde – immerhin stellte sie sich wenigstens dem Protest –, konnte nichts wesentlich Neues berichten. Das war doch einigermaßen erstaunlich, als sie bereits seit 4 Jahren in den Prozess um das ehemalige evangelische Gemeindezentrum zwischen Heinrich-Fuchs-Straße und Lindenweg involviert war und ist. Dass hier Wohnraum entstehen soll, war schon bekannt und zur KiTa-Situation in Rohrbach: Schweigen.

Die Vertreterin der evangelischen Kirchengemeinde, Ruth Hildebrandt, hatte nichts Neues zu berichten und erntete Pfiffe. (Foto: Rainer Herbold)

Der Rohrbacher Ortsvereinsvorsitzende der SPD, Bernd Knauber, bedauerte, dass man nun bereits zum dritten Mal mit demselben Transparent hier in der Rathausstraße stehe – „Rohrbach braucht KiTas, die Stadt muss handeln!“ – ohne dass sich etwas bewegt habe. Die Eigentümer der Grundstücke, also evangelische und katholische Kirche, hätten die Immobilien seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert und sie verfallen lassen. Seit langem schon, so Bernd Knaubers Vorwurf an die Adresse der Verantwortlichen, habe man gewusst, dass man sich nicht weiter engagieren wolle.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Bernd Knauber forderte die Kirchengemeinden auf, endlich den Weg für eine Nachnutzung freizumachen – und zwar schnell. (Foto: Rainer Herbold)

Weitere Nutzung nicht behindern

Man könne einer Kirchengemeinde sicherlich nicht vorschreiben, ob sie weiterhin einen Kindergarten betreiben wolle oder nicht. Aber, so Bernd Knauber, die Kirchen sind auch dem Gemeinwohl verpflichtet und man müsse erwarten können, dass man der Nutzung durch einen anderen Betreiber, der ja auch schon zur Verfügung stehe, nicht unnötig Steine in den Weg lege.

Bernd Knauber machte auch einen Exkurs, weitere Leerstände im Stadtteil anzuprangern: In der Parkstraße stünden seit einigen Jahren Immobilien leer. Ein ehemaliges Wohnheim für Bedienstete der Thorax sowie ein kleineres Gebäude direkt daneben gammelten vor sich hin. Und das, obwohl Pflegekräfte dringend gesucht würden und ein Wohnheimplatz sicherlich ein Standortvorteil sein könne. Stattdessen würden beide Gebäude immer baufälliger.

Eine Lösung muss her – und zwar schnell

Die Rohrbacher Kinderbeauftragte Barbara Pfeiffer, ehemalige Elternbeiratsvorsitzende der KiTa St. Theresia, wies darauf hin, dass Kinder nicht warten können bis die ehemaligen Träger sich über Jahre neu sortiert haben. Deshalb sei jetzt ein Jahr nach Schließung auch des zweiten Standorts endgültig der Zeitpunkt gekommen eine Lösung zu finden. Die Kirchen müssten sich endlich bewegen.

Die Rohrbacher Kinderbeauftragte Barbara Pfeiffer mahnte bei den Kirchengemeinden mehr und schnellere Bewegung an. (Foto: Rainer Herbold)

Ein Vertreter, eine Vertreterin der Stadt war nicht gekommen, trotz expliziter Einladung. Stattdessen betonte Stadträtin Larissa Winter-Horn, dass die Stadt Heidelberg sich ihrer Verpflichtung durchaus bewusst sei. Was fehle, sei das Entgegenkommen von Seiten der Grundstückseigentümerinnen.

Stadträtin Larissa Winter-Horn wies darauf hin, dass die Stadt Heidelberg sich ihrer Verpflichtung bewusst sei, es aber am Entgegenkommen von Seiten der Grundstückseigentümerinnen mangele. (Foto: Rainer Herbold)

Konstantin Waldherr beendete die Kundgebung und bedauerte, dass leider noch immer keine erkennbar sei und er fürchte, dass dies auch weiter so bleiben werde. Der Stadtteilverein werde diesen Prozess aber weiterhin aktiv begleiten und sich zu Wort melden, wenn dies nötig sei.

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Der Demonstrationszug startete im Lindenweg 9, zog über Rohrbach-Markt und die Rathausstraße vor den ehemaligen Kindergarten St. Theresia. (Foto: Rainer Herbold)

 

 

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