Planung steht, Umsetzung offen

Veröffentlicht am 21.07.2022 in Aktuelles

So sieht die Planung für den oberen Teil der Rathausstraße in Rohrbach aus.

Planung steht, Umsetzung offen

Obere Rathausstraße mit Grün und Granit

Nach Jahren des Vertröstens und Wartens hat die Stadt Heidelberg nun endlich doch noch Gelder „gefunden“, um den lange versprochenen Umbau der oberen Rathausstraße in Rohrbach anzustoßen – zumindest planerisch. Ob die Planung allerdings umgesetzt wird, hängt davon ab, ob es das Projekt in den nächsten Doppelhaushalt der Stadt schafft. Der SPD-Ortsverein und die Fraktion werden dafür kämpfen.

Die Einladung der Bürgerinnen und Bürger zur Ausstellung „Freiraumgestaltung Obere Rathausstraße“ war keine Bürgerbeteiligung, sondern eine Informationsveranstaltung mit der Möglichkeit Fragen zu stellen. Das nutzten viele Besucherinnen und Besucher auch sehr stark.

Architektin Simone Merkel vom Stadtplanungsamt erläutert den Besucherinnen und Besuchern die Planungen für die obere Rathausstraße.Unterschrift

Mehr Grün in der Rathausstraße

Ähnlich den bereits umgesetzten baulichen Veränderungen im mittleren Bereich um Rathaus und Brunnen mit Natursteinpflasterung (Granit) soll es im oberen Bereich ähnlich weitergehen. Wenn auch nicht durchgängig. So sollen zwischen Eisdiele und Junkergasse die Gehwege und Parkplätze zwar Granitsteine erhalten, die Straße selbst in diesem Bereich soll jedoch asphaltiert werden. Erst danach kommen dann wieder die Pflastersteine bis zum Gasthaus „Zur Linde“ zum Einsatz. Die Pflasterung soll sich auch ein Stück in die Straße Am Müllenberg und in den Bierhelderweg hineinziehen. Auch der Innenhof des Museums wird teilweise mit diesem Oberflächenbelag versehen. Das Verlegemuster der Granitsteine soll so werden wie im bereits umgesetzten Bereich ums Rathaus.

Ein Lindenplatz entsteht

Auf der gesamten Strecke werden verschiedene grüne Inseln (mit Reifen-schonender abgerundeter Einfassung) mit Bäumen (es sollen insgesamt 14 Lindenbäume werden) angelegt. An der Einmündung des Bierhelderweges in die Rathausstraße (gegenüber dem Restaurant Zur Linde) soll eine kleine Ruheinsel mit Sitzgelegenheiten und ebenfalls baumbestanden entstehen – der Lindenplatz.

Der neue Lindenplatz im Detail. Zum Zuge soll
die Variante 1 des Lageplans kommen

Durch die neuen Bäume sowie die Platz- und Grünflächen und die auf beiden Straßenseiten deutlich breiteren Gehwege (2,50 Meter) entfallen insgesamt 15 Stellplätze, lediglich 12 Parkplätze bleiben übrig.

Da sich im Sommer die Außengastronomien der beiden Gaststätten „Roter Ochsen“ und „Zur Traube“ auf den Stellplätzen abspielen soll – wie bisher schon –, werden in dieser Zeit nur noch neun Stellplätze zur Verfügung stehen. Der Fußverkehr ist nach der Planung durch die Gastronomie nicht eingeschränkt.

Auch an die Fahrräder wurde gedacht. An mehreren Stellen werden Fahrradanlehnbügel installiert. Zudem soll an zwei Stellen eine Bepflanzung mit Weinreben möglich sein. Diese sogenannten Grünbrücken hangeln sich an Drähten über die Straße. Die derzeitige Beleuchtung (Seilüberspannungsleuchten) bleibt erhalten, wird aber nach und nach auf LED-Technik umgerüstet.

Einwendungen zur Planung

Im Wesentlichen konnte sich die Mehrzahl der Besucherinnen und Besucher mit der Planung anfreunden. Die Einwendungen betrafen im Wesentlichen

  • die Unterbrechung der Pflasterung zwischen Eisdiele und Junkergasse: Hier machte Simone Merkel vom Stadtplanungsamt deutlich, dass sich die Mehrkosten für eine durchgängige Pflasterung auch der Straße auf etwa 500.000 Euro belaufen würden. Sie wolle aber den Einwand mitnehmen, dass der Wechsel des Straßenbelags von Pflaster zu Asphalt Auto und Fahrradfahrern eventuell ein falsches Signal geben könnte, nämlich das zum schneller fahren.
  • die Parkplatzsituation: Dieser Punkt war fast allen Interessentinnen und Interessenten besonders wichtig. Man war sich ziemlich einig, dass es Ausweichmöglichkeiten – für Anwohner und Gäste der Gaststätten – geben muss. Als eine Möglichkeit wird hier der Schotterplatz bei der ThoraxKlinik gesehen. Konstantin Waldherr, Vorsitzender des Stadtteilvereins Rohrbach, berichtete davon, dass OB Eckart Würzner ihm gegenüber geäußert habe, dass 20 Stellplätze bei der Thorax-Klinik zur Verfügung gestellt werden sollen – allerdings lediglich für die Umbauzeit der oberen Rathausstraße. Und die wird vermutlich zwei Jahre dauern.
Die Visualisierung zeigt die Rathausstraße zwischen Eisdiele und Gasthaus Zur Traube. Die Poller rechts stehen in der Kritik. Links die Außenbewirtschaftungsfläche des Gasthauses Roter Ochsen. Die Visualisierung auf der oberen Darstellung ist nicht ganz korrekt, auf dem Plan stimmt aber alles.

  • die reduzierte Straßenbreite: Der Befürchtung, die auf 3,80 Meter reduzierte Breite der Fahrbahn würde Begegnungsverkehr schwierig machen, trat Merkel mit dem Hinweis entgegen, dass Begegnungsverkehr möglich sei und es ja Ziel sei, den Verkehr zu verlangsamen – ähnlich dem Konzept im bereits umgebauten Bereich. Zudem gebe es ja noch beidseitig die 30 cm breiten überfahrbaren Rinnen, die die Fahrbahn flankierten.
  • den neuen Lindenplatz: Zum einen wurde befürchtet, dass der Abbiegevorgang aus dem Bierhelderweg erschwert würde. Zum anderen befürchten die Anwohner durch den neuen Lindenplatz mehr Lärm.

Wir seitens der SPD Rohrbach sind mit dieser Planung im Großen und Ganzen einverstanden. Lediglich das Thema Parkplätze für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gäste der angesiedelten Betriebe – das sind nicht nur die Restaurants und Cafés – muss aus unserer Sicht noch final gelöst werden. Zudem hätten wir nichts dagegen, wenn die Stadt nochmal 500.000 Euro für die durchgängige Pflasterung „finden“ würde.

Aber die größte Hürde besteht tatsächlich immer noch hinsichtlich der Gesamtfinanzierung und damit Umsetzung: Das Projekt muss es in den Haushalt 2023/24 schaffen, und das ist keineswegs sicher!

 

Zur Facebook-Seite der SPD Rohrbach

 

 

Besucher unserer Homepage

Besucher:1446942
Heute:2
Online:1

SPD BW